"Wir lieben Landschaft"

Deutscher Landschaftspflegetag in Berlin

Berlin, 7. Juni 2013 – Der Deutsche Verband für Landschaftspflege beging am 6. und 7. Juni sein 20-jähriges Bestehen. Die Landschaftspflegeverbände setzen auf die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik. Diese faire und ausgewogene Konstruktion schafft Vertrauen und bündelt die Kräfte. Der gesellschaftliche Dreiklang hat sich seit nunmehr 20 Jahren bewährt.

Der Vorsitzende Josef Göppel sprach sich in seiner Grundsatzrede für bessere Vorgaben der EU für mehr Artenvielfalt in der Feldflur aus. „Die Ausgestaltung der Vorrangflächen sollte nach den standörtlichen Begebenheiten zwar flexibel erfolgen“, so Göppel. „Entscheidend ist aber die verbindliche Kopplung mit der Agrarprämie, damit wirklich ein Mosaik von Flächen entsteht, auf denen sich vielfältiges Leben halten kann. 5% Vorrangflächen sind für den Stopp des Artenverlusts nicht genug!“ Nach Meinung der Landschaftspfleger schließen sich Produktion und ein besserer Schutz der Biodiversität in der Agrarflur nicht aus. Pläne der EU zur Agrarpolitik sehen massive Kürzungen der Fördermittel in der 2. Säule (Ländliche Entwicklung) vor. Göppel fordert diese Reduzierung vom Bund abzufedern. „Für die ländliche Entwicklung fehlen 500 Mio. Euro. Deutschland spart mehrere Milliarden an Zahlungen nach Brüssel ein. Daraus kann das Defizit von 500 Mio. Euro aufgefangen werden“.

Beim Landschaftspflegetag in Berlin beging der DVL mit 200 Gästen auch sein 20 jähriges Bestehen. In einer Grußbotschaft beglückwünschte Agrarministerin Ilse Aigner den DVL für seine engagierte Arbeit. Der DVL vernetze bundesweit die an der Landschaftspflege beteiligten Akteure und stärke die Wertschöpfung in den Regionen. „Dem DVL gelingt es, Interessen aus Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutz zu bündeln und deren Anliegen zusammenzubringen. Ein solcher Prozess ist nicht immer einfach, aber lohnend“, so Aigner. Aigner wünschte, dass sich das Kooperationsmodell der 155 Landschaftspflegeverbände in weiteren Teilen Deutschlands etabliere.

Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, der im Jahr 1993 als damaliger Umweltminister die Gründung des DVL ermöglichte, beglückwünschte in seiner Festrede die Landschaftspflegeverbände zu der erfolgreichen Arbeit der vergangenen 20 Jahre. Die Erhaltung der Artenvielfalt sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der die Breite der Gesellschaft eingebunden werden müsse.  Töpfer sagte: "Ihr Erfolg ist die Nähe zu den Menschen. Weil Sie nicht von oben kommen, sondern auf freiwilliges Mittun setzen, finden Sie Vertrauen". Er appellierte daher an die Verbände, ihre Arbeit fortzusetzen und zu intensivieren, da der Verlust von Arten immer noch zu schnell fortschreite. Töpfer: "Die Kurzsichtigkeitsspirale in unserer Gesellschaft muss generell durchbrochen werden".


Lesen Sie hier die Pressemeldung des DVL zur Vorstandswahl.